Heimatbuch über die Geschichte der Rauschenburg erscheint

GESCHER (pd/js). Warum gibt es in Gescher eine Stockheimstraße? Und wie erging es den Menschen hier vor vierhundert Jahren, als die Pest und der Dreißigjährige Krieg das Münsterland fest in ihrem Würgegriff hielten? Im neuen Heimatbuch „Die Rauschenburg“ — Band 20 dieser Reihe – wird längst Vergangenes noch einmal lebendig. Die Geschichte des Adelshauses spannt sich dabei wie ein roter Faden vom ausgehenden Mittelalter bis in die heutige Zeit.

„Ein gelungenes Werk, welches eine lange bestehende Lücke schließt.“
Der frühere Stadtarchivar Willi Wiemold über das neue Heimatbuch

Autor ist Hermann Beeke. Nicht ganz zufällig, denn der 46-Jährige ist auf dem ehemaligen Gelände der Burg in Estern aufgewachsen. Zwar sind vor Ort die einst herrschaftlichen Anlagen mit Burghügel, Gärten und Gräften längst verschwunden, doch haben an gleicher Stelle auf dem Hof Beeke-Kipp etliche vergilbte Dokumente und Karten die Generationen überdauert. Als Kind durfte Beeke unter den Augen von Opa Aloys hin und wieder in der Kiste mit den alten Unterlagen wühlen, darunter ein Lageplan der Burg von 1794. „Das fand ich damals schon spannend“, entsinnt sich der Gescheraner. Vor drei, vier Jahren befasste sich Beeke zusammen mit seinem Vater Hermann Beeke-Kippe etwas intensiver mit der Geschichte der Rauschenburg. Ein erster Beitrag für das Heimatbuch über Estern entstand. „Und dann habe ich einfach weitergemacht“, schmunzelt der Autor. Das Ergebnis ist ein Buch mit 240 Seiten, das am Beispiel der „Ruscheborgh“ zu einer Reise durch die facettenreiche Geschichte des Münsterlandes einlädt.

Autor Hermann Beeke freut sich über die Veröffentlichung des neuen Heimatbuches. Wer sich auf eine Zeitreise durch die wechselvolle Vergangen¬heit der Rauschenburg begeben möchte, kann mit diesem Buch in die jahrhundertealte Geschichte des Münsterlandes eintauchen.

So nimmt der Leser Anteil am Schicksal der verschiedenen Burgherren, wie Tollner oder Stockheim, nach denen in Gescher immerhin zwei Straßen benannt wurden. Aber auch aus dem Leben der einfachen Landbevölkerung wird erzählt. Sei es der verzweifelte Widerstand gegen den ungerechten Burgherrn oder die vergebliche Suche nach einer „Piggenbrut“, an kleinen Geschichten mangelt es nicht im Verlauf der Jahrhunderte.

Außerdem konnten in jüngster Zeit zusammen mit der Unterstützung des Stadtarchivs, allen voran Archivar Willi Wiemold, viele neue Erkenntnisse zur Rauschenburg gesammelt werden. Kriegerische Auseinandersetzungen, wankelmütige Landesfürsten und bittere Hungersnöte bestimmten dabei nur allzu oft das Leben der hiesigen Bevölkerung. Beeke: „Zum Glück sind es aber nicht immer nur dunk-le Zeiten, die die lokale Geschichte geprägt haben.“

Das neue Heimatbuch erscheint in begrenzter Auflage, kostet 20.Euro und ist ab Anfang November bei den örtlichen Banken und Sparkassen, dem Büro des Stadtmarketings sowie im Buchladen und in der Buchhandlung Mensing erhältlich.

Vereine können ihre Termine präsentieren

Heimatverein gibt Wandkalender heraus

Nachricht aus der Allgemeinen Zeitung vom 10.07.2018
GESCHER. Der Heimatverein Gescher wird auch für das Jahr 2019 einen Wandkalen­der herausgeben. Der Ar­beitskreis „Archivgruppe“ ist schon mitten in den Vorbe­reitungen und bedankt sich für die erhaltenen Anregun­gen und Verbesserungsvor­schläge, heißt es. Wer inte­ressante Fotos zum neuen Gescherer Kalender beisteu­ern möchte, die Ereignisse aus Vereinen, Nachbarschaf­ten oder Straßenzügen (frü­her und heute) dokumentie­ren, sollte sich melden.

Den örtlichen Gruppen und Vereinen möchte der Heimatverein wieder Gele­genheit geben, ihre wichtigsten Termine aus dem Jahres­programm in dem Kalender zu präsentieren. Alle, die diese Möglichkeit nutzen wollen, werden gebeten, bis spätestens 4. August 2018 eine Mitteilung an das AK-Mitglied Rudolf Pierk, Riete 12, zu senden (Email: ru-dolf.pierk@gmx. net).

Örtliche Betriebe, die den Kalender als Weihnachtsge­schenk für ihre Mitarbeiter und Kunden erwerben möchten, können sich bei Elmar Rotherm, Uhlenkamp 9 (Email: rotherm-h@versa-net.de), melden. Der Kalen­der soll Anfang Oktober fer­tig sein, teilt das Organisationsteam mit.

Heimatverein setzt Spende für Archivarbeit ein

Nachricht der Gescherer Zeitung vom 31. Mai 2018

Foto: FJ Schulenkorf

Gescher. sk. Dankbar zeigte sich der Heimatverein Gescher e.V. über eine Zuwendung von 750 Euro von der VR-Bank Westmünsterland, die vom Filialleiter Markus Kerkhoff an Franz-Hubert Grimmelt (Heimatverein) mittels Spendenscheck überreicht wurde. Zum Zwecke der Heimatpflege wird der Heimatverein die Spende für die Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit im neu eingerichteten Archiv der Kath. Pfarrgemeinde im Marienturm einsetzen. Darüber freuen sich besonders v.l.: Rudi Pierk, Alfons Haar, Ewald Bendfeld, Richard Herden, Ursula Rosing, und Klare Nienhaus. Beim Fototermin fehlten leider Pastor Hendrik Wenning, Horst Nierig, Norbert Kreyelkamp, Gregor Graffe, Werner Heming (+), sowie Michael und Richard Schulze Ising.

Tag der offenen Tür im Stadtarchiv mit Ausstellung

Bericht der Gescherer Zeitung vom 05. März 2018

Da werden Erinnerungen wach

Stadtarchivar Andreas Froning zeigt, wie die rund 10 000 Archivalien gelagert werden Auf 120 Quadratmetern gibt es ein Rollsystem, das nicht nur die fachgerechte Aufbewahrung garantiert, sondern auch das Finden erleichtert. Fotos: FJ Schulenkorf

Von Franz-Josef Schulenkorf

Gescher (sk). Eine geballte Ladung Informationen zur Stadtgeschichte war am Sonntag beim „Tag der Archive“ im Rathaus zu finden. Zahlreiche Gescheraner nahmen die Gelegenheit wahr, sich über die Arbeit im Stadtarchiv zu informieren. Ein Schwerpunkt des Tages lag auf dem Thema „Demokratie und Bürgerrechte“.

Nein, einen Dornröschenschlaf kann man die Lagerung der Archivalien nicht nennen. Rund 10 000 Akten und mehr als 30 000 Fotos lagern wohlverwahrt im Keller des Rathauses, weiß Stadtarchivar Andreas Froning. Ein ausgeklügeltes System macht es einfach, Unterlagen zu einem bestimmten Thema zu finden. Gelagert sind diese in einem 120 Quadratmeter großen Kellerraum, der über ein gleichbleibendes Klima verfügt. „Bei rund 20 Grad Celsius und 50 Prozent Luftfeuchtigkeit werden die Archivalien bestens gelagert“, sagt Froning. So lagern im Stadtarchiv nicht nur relevante Unterlagen aus dem Rathaus, sondern auch Unterlagen von örtlichen Vereinen und Verbänden sowie zur geschichtlichen Entwicklung der Stadt. Diese mussten teilweise aufwendig „entsäuert“ werden, so dass sie die Lagerung überstehen.

Wichtig ist es Froning, dass das Stadtarchiv nicht nur alle zwei Jahre beim „Tag der Archive“ seine Türen öffnet. Bei Interesse steht er mit seinen ehrenamtlichen Mitstreitern an fünf Tagen der Woche zur Verfügung.

In der Ausstellung „Demokratie und Bürgerrechte“ nahm die Großdemo 1990 gegen die geplante Mülldeponie in Estern einen großen Raum ein. Unter anderem wurde nicht nur ein Original-Transparent gezeigt, sondern auch ein Videofilm, der von den Besuchern gespannt verfolgt wurde. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung, die während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen ist, ist die Gegenwehr zum geplanten Abriss der Marienkirche.

So wie Kathrin und Jan Pollmann erforschten die Besucher die enorme Fotosammlung. Da kamen manche Erinnerungen auf. „Da stand damals noch dieses und jenes Haus; die Straße nahm den Verlauf“, erinnerte man sich.

Im Sitzungssaal stellte die Archivgruppe des Heimatvereins mit Alfons Haar und Rudolf Große-Ahlert ihre Arbeit vor. Hier informierten sich die Besucher über das spannende Feld der Familienforschung. Antonius Dönnebrink (Hochmoor), der selbst Ahnenforschung betreibt, konnte Sonntag fündig werden. „Das war nicht mein letzter Besuch im Stadtarchiv“, versichert er. Auch bei Johannes und Maria Kemper wurde das Interesse für Geschichte geweckt. Die Ausstellung „Demokratie und Bürgerrechte“ ist noch drei Wochen im Rathaus zu sehen.

Die Archivgruppe Familienforschung mit Alfons Haar (2.V.I) stellt den Besuchern ihre Arbeit vor.
Jan und Kathrin Pollmann stöbern in 30 000 Fotos. Da werden so. manche Erinnerungen wach und Blicke in die Geschichte möglich.

„Demokratie und Bürgerrechte“

Bericht der Gescherer Zeitung vom 28. Februar 2018
Stadtarchiv öffnet am Sonntag zum bundesweiten Tag der Archive / 1990 Demo gegen Mülldeponie

GESCHER. Alle zwei Jahre wird am bundesweiten „Tag der Archive“ die öffentliche Aufmerksamkeit auf die vielfältigen gesellschaftlichen Funktionen der Archive gelenkt. Viele hundert Archive unterschiedlichster Sparten öffnen seit 2001 an den Aktionstagen für die Bürger ihre Türen und präsentieren sich mit interessanten Programmen der Öffentlichkeit als moderne Dienstleister. Auch das Stadtarchiv der Stadt Gescher wird wieder seine Türen öffnen und allen Interessierten die Möglichkeit bieten, sich entweder über die Arbeit des Archivs im Allgemeinen oder auch konkret zu einem historischen Thema zu informieren. Der Tag der Archive findet am kommenden Sonntag (4. 3.) im Rathaus statt und steht unter dem Motto „Demokratie und Bürgerrechte“.

Dokumente und Fotos im Stadtarchiv erinnern an die Bürger-Proteste im Jahr 1990 gegen die geplante Mülldeponie in Estern/Nordvelen. Am kommenden Sonntag ist das Archiv im Rathaus von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Foto: Schulenkorf/Archiv

Zu diesem Thema finden sich auch im Stadtarchiv Gescher zahlreiche Dokumente der jüngeren Zeitgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Zum Beispiel sahen 1961 konservative Kreise den Teufel selbst am Werk, als die Eltern in Hochmoor eine überkonfessionelle Gemeinschaftsschule forderten, heißt es in einer Pressemitteilung des Stadtarchivs. 1968 protestierten auch in Gescher Schüler und junge Erwachsene gegen das „Establishment“, suchten die Konfrontation mit dem damaligen „Kriegerverein“ und setzten sich für den Frieden in der Welt ein. Unter der Überschrift „Gescher, erwache aus deinem Dornröschenschlaf!“ rief ein Leserbrief in der Gescherer Zeitung am 1. 6.1990 gegen die geplante Mülldeponie in Estern/Nordvelen zur Mobilisierung auf und setzte den Grundstein für die Großdemonstration im Oktober 1990 mit über 7000 Bürgern. Auch der drohende Abriss der Marienkirche und die zahlreichen Aktionen im Jahre 2011 wie Unterschriftenlisten und Mahnwachen sind als zeitgeschichtliche Dokumente einzusehen.

Die Ausstellung „Demokratie und Bürgerrechte“ wird am Sonntag von 11 bis 18 Uhr im Rathaus zu sehen sein. Die Mitarbeiter des Stadtarchivs und die Mitglieder der Archivgruppe des Heimatvereins Gescher stellen ihre vielfältige Arbeit vor, Besucher können sich vor allem ausgiebig über das spannende Feld der Familienforschung informieren. In der Rathaus-Cafeteria ist für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt; der Eintritt zu allen Angeboten ist frei.

Erinnerungen an die Marienkirche

Nachricht der Gescherer Zeitung vom 24. Mai 2017
Heimatbuch bietet besonderes Lesevergnügen und ist noch an vielen Stellen erhältlich

Die erste „Putzkolonne“ von St. Marien in den 1950er Jahren.

GESCHER. Der aktuelle Band 18 der Heimatbuchreihe des Heimatvereins Gescher ist ein besonderes Lesevergnügen für viele. Das Interesse ist groß. Mehrere hundert Exemplare wurden bereits in kurzer Zeit verkauft. Über die gute Resonanz freuen sich besonders alle Mitglieder der Arbeitsgruppe, die sich so in ihrem Vorhaben bestätigt fühlen, etwas aus der Zeit der Pfarrgemeinde St. Maria Himmelfahrt in Gescher in Erinnerung zu bringen und für unsere Nachkommen zu erhalten.

Das Heimatbuch in DIN A4-Größe umfasst 352 Seiten mit ca. 760 Fotos und Abbildungen. Zum Preis von 25 Euro ist das Heimatbuch noch an folgenden Stellen erhältlich: Buchhandlung Mensing, „Ihr Buchladen“, Raiffeisenmarkt, Volksbank Gescher, VR-Bank Westmünsterland, Sparkasse Westmünsterland, Werkstattladen Haus Hall sowie Stadtinformation Gescher. Der bevorstehende Muttertag könnte ein besonderer Anlass sein, jemandem eine Freude zu bereiten, heißt es.

Viele „Erinnerungen an die Marienkirche“

Bericht der Gescherer Zeitung vom 01. April 2017
Heimatverein präsentiert 352-seitigen Band über ehemaliges Gotteshaus / Sechs Jahre daran gearbeitet

Das neue Heimatbuch stellten Rudolf Pierk (Buchkomitee) und Elmar Rotherm (Heimatverein) gestern Pfarrer Hendrik Wenning (l.) und Vertretern des Kirchen Vorstandes vor. Das große Bild von Maria Bröcker ist im Zuge des Abschiednehmens von der Marienkirche entstanden. Foto: js

GESCHER (js). 352 Seiten, circa 760 Fotos und 800 Exemplare, die ab sofort an verschiedenen Stellen erhältlich sind: Das sind Daten zu einem Buch, das bald in vielen Gescheraner Haushalten für ruhige „Schmökerstunden“ sorgen dürfte. „Erinnerungen an die Marienkirche“ heißt das Heimatbuch Band 18 in der Reihe des Heimatvereins Gescher. Gestern stellten Buchkomitee und Heimatverein das umfangreiche Werk vor. Es berichtet von der Planung der Marienkirche vor 1953 bis zur Schließung Ende 2010 und von den turbulenten Folgejahren bis zum Richtfest des Marien-Areals 2016. „Wir möchten hiermit dazu beitragen, aus der Zeit der Pfarrgemeinde St. Maria Himmelfahrt in Gescher viel in Erinnerung zu bringen und für die Nachwelt zu erhalten“, sagte Rudolf Pierk vom Buchkomitee.

Im Haus der Begegnung übergaben die Heimatfreunde gestern die ersten Buchexemplare an Pfarrer Hendrik Wenning und Mitglieder des Kirchenvorstandes. Heimatvereins-Vorsitzender Elmar Rotherm skizzierte die Vorgeschichte des Bandes, verwoben mit persönlichen Erinnerungen an die Marienkirche, Sechs Jahre lang, seit dem Frühjahr 2011, habe das Buchkomitee an diesem Werk gearbeitet. Unzählige Stunden hätten die Ehrenamtlichen in diesen Bildband investiert.Durch die langwierigen Diskussionen über die Zukunft des Kirchengebäudes hätten sich die Arbeiten immer wieder verzögert. „Aber Ihr habt weitergemacht und das Ziel nicht aus den Augen verloren“, lobte Rotherm das Autorenteam. Gleichzeitig dankte er allen, die sich für den Erhalt des Kirchengebäudes eingesetzt hätten und allen, „die Fotos, Wissen und Gedanken bereitgestellt haben“. Der Heimatverein Gescher habe dieses Projekt von Anfang an unterstützt.

Rudolf Pierk erinnerte daran, dass sich die Archivgruppe im Heimatverein im Herbst 2010 mit einer Fotoausstellung am Abschiednehmen von der Marienkirche beteiligt habe. „Wehmut kam auf und verging, aber Erinnerungen bleiben“, sagte Pierk. So entstand die Idee, die Fotoausstellung in einem Bildband festzuhalten und als Heimatbuch zu veröffentlichen.

Etwa 100-mal habe sich die Gruppe getroffen, um die Idee in die Tat umzusetzen. Pierk skizzierte den Weg von der Materialsammlung bis zum fertigen Buch und bedankte sich bei allen, die mit Unterlagen, Fotos, Auskünften oder auch eigenen Texten zur Fertigstellung beigetragen haben. Sein besonderer Dank galt den Mitstreitern im Buchkomitee: Maria Bröcker, Gregor Graffe, Alfons Haar, Werner Heming, Richard Herden, Norbert Kreyelkamp, Irmgard Löhring, Reinhold Löhring und Horst Nierig. „Ein schönes, schönes Buch“, urteilte Pfarrer Hendrik Wenning, als er eines der ersten Exemplare in Händen hielt.

Das neue Heimatbuch kostet 25 Euro und ist ab sofort an diesen Stellen erhältlich: Buchhandlung Mensing, Ihr Buchladen, Raiffeisenmarkt, Volksbank Gescher, VR-Bank, Sparkasse, Werkstattladen Haus Hall und Stadtinformation.