Kriegswirren künstlerisch aufbereitet

Ausstellungen zum 400. Jahrestag der Schlacht im Lohner Bruch

Von Florian Schütte

Gescher. Es muss ein Gemetzel gewesen, das sich heute kaum noch jemand vorstellen kann. Doch 400 Jahre nach der Schlacht im Lohner Bruch bei Stadtlohn während des 30-jährigen Krieges und 375 Jahre nach dem Westfälischen Frieden gewinnen die Themen Gewalt, Kriegsverbrechen, aber auch Wege zum Waffenstillstand wieder an Aktualität. Mit einem Dreiklang von Ausstellungen beteiligt sich die Stadt Gescher am kreisweiten Themenjahr unter dem Titel „1623 – Zwischen Himmel und Hölle“. „Man kann die Gewalterfahrung nur künstlerisch verarbeiten, weil sie rational nicht zu begreifen ist“, sagt Franz-Josef Menker vom Heimatverein.


Nicht nur das Heimathaus mit seiner zeitgenössischen Architektur soll Anlaufpunkt werden, auch in zwei Ausstellungen im Rathaus und im Glockenmuseum soll die Schlacht im Lohner Bruch aufgearbeitet werden. Darauf freuen sich (v.l.) Künstler Reinhard Tempelmann (Postmodern), Heimatvereinsvorsitzender Elmar Rotherm, Museumsleiterin Dr. Hanna Koch und Franz-Josef Menker vom Heimatverein.
Foto: Florian Schütte

Entsprechend bereitet Reinhard Tempelmann von Postmodern zusammen mit seinem Team von neun weiteren Künstlerinnen eine Ausstellung vor, die vom 1. September bis zum 13. Oktober im Rathaus zu sehen sein wird. „Wir stellen Gewalt, Krieg, aber auch Frieden auf andere Weise dar“, sagt Tempelmann beim Pressegespräch. „Die Ausstellung soll weniger die Gräueltaten des 30-jährigen Krieges zeigen als vielmehr die Entstehung von Gewalt“, erläutert der Künstler. Über 30 Werke sollen die Ausstellung am Ende bereichern.

Bereits am 21. Mai wird es im Glockenmuseum die Sonderausstellung „Gießer – Glocken -Geschütze“ geben, die sich dem Bronzeguss in der Frühen Neuzeit sowie dem sozialen Aufstieg der Gießer widmen wird. „Dazu haben wir unseren Kanonenraum neu gestaltet“, berichtet Museumsleiterin Dr. Hanna Koch. Dort steht eine historische Kanone von 1644.

Dritter Anlaufpunkt soll vor allem an den Dienstagen im Herbst das Heimathaus werden. „Es spricht in seiner Gesamtheit für die damalige Zeit“, sagt Menker. Dienstags sei dann immer jemand vom Heimatverein zugegen, der die Geschichte „aus verschiedenen Blickwinkeln“ beleuchten könne.

Den Beteiligten ist bewusst, dass es sich um ein sensibles Thema handelt. „Dass es leider wieder so aktuell ist, war bei den ersten Gesprächen nicht geplant“, sagt Koch mit Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine vor 14 Monaten. „Wir stellen auch keine Volks- und Heldensagen dar, sondern die bittere Wirklichkeit“, fügt Menker hinzu. Und die ist, „dass etwa vier Millionen Menschen damals im 30-jährigen Krieg zu Tode gekommen sind“, wie Heimatvereinsvorsitzender Elmar Rotherm nachgelesen hat.


Die Literatur zur Geschichte der Bauernschaften Estern und Büren haben die Beteiligten schon mal gewälzt.

Gescherer Zeitung

Süße Struwen nach getaner Arbeit

Foto: Florian Schütte

Üblicherweise versorgt Beate Heimann die Mitglie­der des Dienstagskreises vom Heimatverein nach getaner Arbeit seit Jahren mit Grünkohl. Doch in der Karwoche hat sich die Hauswirtschafterin was anderes überlegt. So ka­men die Herrschaften im Heimathaus schon drei Tage vor Karfreitag in den Genuss der süßen Struwen. „Dadurch wird das Heimat­haus zum lebendigen Mu­seum, wo westfälische Tra­dition gepflegt wird“, findet Franz-Josef Menker (r.) vom Heimatverein. Übri­gens: Wer heute das typi­sche Karfreitagsgericht probieren will, kann im SPD-Cafe vorbeischauen. Auch dort backt Heimann die Struwen nach klassi­schem Rezept.

Gescherer Zeitung

750-Euro-Spende für den Heimatverein

Foto: Heimatverein Gescher e.V

Gescher. Die Anschaffung eines neuen Industriewaschbeckens mit Zubehör für die Werkstatt in der Schirmschoppe auf dem Museumshof stand schon längere Zeit auf der Wunschliste. Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums, das der Heimatverein Gescher im vergangenen Jahr feiern konnte, überreichte Anne Trepmann, Regionalleiterin bei der Sparkasse Westmünsterland, eine großzügige Spende in Höhe von 750 Euro. Nachdem einige Mitglieder des Dienstagskreises die Wand neu gefliest hatten, konnte nun das neue Waschbecken mit Seifen- und Papierspender angebracht werden. Im Rahmen der Übergabe wurden Frau Trepmann noch einige Vorhaben des Arbeitskreises für das Jahr 2023 erläutert. Unter anderem soll der Eingangsbereich am Museumshof neu bepflanzt werden, die Sitzbänke sowie einige Gebäudegiebel erhalten einen neuen Anstrich und die weitere Umrüstung auf LED soll abgeschlossen werden. Das Bild zeigt Regionalleiterin Anne Trepmann und Elmar Rotherm vom Heimatverein Gescher e.V. bei der Scheckübergabe.

Gescherer Zeitung

1000-Euro-Spende für Heimatverein

Foto: HV Gescher e.V:

GESCHER. Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums, das der Heimatverein in diesem Jahr feiern konnte, überreichte der Filialleiter Markus Kerkhoff von der VR-Bank Westmünsterland eG, Filiale Gescher, eine groß­zügige Spende in Höhe von 1000 Euro. Dieser Be­trag wird zur Anschaf­fung neuer LFD-Leuchtstoffröhren für die Ge­bäude auf dem Museums­hof verwandt. Die neu­en Röhren verbrauchen knapp 60 Prozent weni­ger Energie als herkömm­liche Leuchtstoffröhren und haben zusätzlich eine längere Lebensdauer. So möchte der Heimatverein Gescher e.V. einen Bei­trag zum Energiesparen leisten. Das Bild zeigt Fi­lialleiter Markus Kerkhoff (2.V.I.) sowie Thomas Worth, Karl-Heinz Löderbusch und Elmar Rotherm vom Heimatverein Gescher e.V..

Nachricht der Gescherer Zeitung

Heimathaus hübsch gemacht

Foto: HG/Heimatverein Gescher e.V.

GESCHER. Passend zum 75-jährigen Jubiläum des Heimatvereins Ge­scher, das im Rahmen des Erntedankfestes am 25. September gefeiert wird, erstrahlt das Haupt­haus auf dem Muse­umshof „Auf dem Braem“ jetzt in neuem Glanz. Ei­nige Mitglieder des Diens­tagskreises konnten dank der Unterstützung durch eine Gescheraner Firma mittels einer Ar­beitsbühne die Giebel und Windfedern des Ge­bäudes abschleifen und anschließend neu streichen. Der Heimatverein bedankt sich bei der Firma und bei allen Helfern für den 2-tägigen freiwilligen Einsatz, heißt es.

Nachricht der Gescherer Zeitung

Wo rohe Kräfte sinnlos walten..

Schon wieder: Vandalismus auf dem Museumshof.

GESCHER. Schon wieder Vandalismus… „Wa­rum?“, fragt der Heimat­verein. Das Info-Schild am Brauhaus auf dem Mu­seumshof, gerade ein Jahr alt, fehlt. Bislang konnten sich Besucher über die Geschichte dieses Gebäudes informieren. Jetzt ist dort eine Lücke! Noch zeigen Halterun­gen, wo die kleine Tafel be­festigt war. Zum Glück wird sie später bei Pflege­arbeiten auf dem Gelän­de gefunden, achtlos weg­geworfen. Wer macht so etwas und warum? Wer hat ein so großes Inte­resse an Informationen, dass er diese sogleich ..mitnehmen“ muss? Woll­te diese Person den Text noch mal zu Hause gründ­lich „studieren“? Mit dem Handy gäbe es doch andere Optionen. Oder waren es vielleicht Wut und Aggression, die an diesem Objekt ausgelassen wurden? Darauf gibt es keine Antworten, es sei denn, der Täter würde diese Fragen beantworten. „Einen Vorschlag hätten wir: Wer auch immer da­hintersteckt, der könnte gerne zum Museumshof kommen und mithel­fen, dieses Gelände zu pfle­gen. Überschüssige Kräfte wären dann sinn­voll eingesetzt“, schreibt der Heimatverein.

Nachricht der Gescherer Zeitung

Schutzhütte in Estern ist jetzt komplett

GESCHER. Nachdem die Schutzhütte „Bittners Hüüsken“ im Juli 2019 fei­erlich eingeweiht wur­de, konnten jetzt Mitglie­der des Dienstagskreises im Heimatverein Gescher e.V. eine 20 Meter lange Buchenhecke pflanzen und einen Walnussbaum setzen. Mit Minibag­ger und diversen Schub­karren und Schaufeln aus­gestattet gingen die Ar­beiten an der Hütte im Städtedreieck Südlohn-Stadtlohn-Gescher bei gu­tem Wetter schnell vo­ran. Die Schutzhütte wird seit der Errichtung sehr gut von Radfahrern und Wanderern angenom­men. Der Heimatverein Gescher e.V. bedankt sich bei allen Helfern für ihren Einsatz und hofft auf viele Einträge im Gäs­tebuch, das während der Fahrradsaison in der Hütte ausliegt.

Nachricht der Gescherer Zeitung

Grüße und Anekdoten erwünscht

In „Bittners Hüesken“ in Estern liegt ein Gästebuch aus

GESCHER (sk). Seit einem Jahr lädt die Schutzhülle „Bittners Hüesken“ im Städ­tedreieck Gescher-Stadtlohn-Südlohn Radler und Wanderer zum Verweilen ein. Vom Heimatverein wur­de seinerzeit die Hütte in der Bauerschaft Estern errichtet. Recht zahlreich ist die Besu­cherschar, weiß Heimat­freund Werner Terwey. In diesen Tagen wurde ein Gäs­tebuch ausgelegt, um auch ein Feedback der Besucher zu bekommen. Dieses Buch wurde von Franz-Josef Menker nicht nur gestiftet, son­dern auch liebevoll gestaltet. Der Heimatverein Gescher hofft auf zahlreiche Eintra­gungen, Anekdoten und Er­innerungen der Besucher von „Bittners Hüesken“.

Um das Buch vor der Wit­terung zu schützen, hat Terwey eine Holzlade herge­stellt, in der das Buch ver­staut ist. Der gelernte Zimmermann war maßgeblich an der Errichtung der Hütte beteiligt und kümmert sich auch heute um die Instand­haltung und die Sauberkeit rund um die in Fachwerkbauweise errichtete Schutz­hütte. „Bittners Hüesken“ in Estern erinnert mit dem Na­men an die Familie Bittner, die hier nach dem Krieg in den 50er und 60er Jahren gewohnt hat. Aus Schlesien vertrieben, kam die Familie Bittner nach Gescher und wurde auf dem Hof Krasenbrink in Estern einquartiert. 1950 errichtete Landwirt Krasenbrink ein kleines Haus, in das die siebenköpfige Familie Bittner einzog. Ende der 60er Jahre zog die Familie Bittner nach Ge­scher und das Gebäude dien­te fortan als Schuppen für landwirtschaftliche Maschi­nen, bevor es vor dreißig Jahren abgerissen wurde.

Der Heimatverein Gescher errichtete genau an dieser Stelle in Eigenleistung die Schutzhütte, die in ihrer Bauart an die münsterländische Schirmschoppe erin­nert und von vielen (Rad-)Wanderern gerne als Rast- und Erholungsort an­genommen wird.

Heimatfreund Werner Terwey zeigt das Gästebuch, das in „Bittners Hüesken“ auf Eintragungen wartet.
Foto: FJ Schulenkorf

Bericht der Gescherer Zeitung

Vandalismus in neuer Radhütte

GESCHER. In der erst kürz­lich eingesegneten Rad­hütte des Heimatverein Gescher e.V. in Estern wurde am vergangenen Wochenende der erste Schaden verursacht. Un­bekannte brachen das im Foto gezeigte Holz­schild mit den Maßen 170 mal 40 mutwillig ab und stahlen es.

Die Handwerker des Diens­tagskreises sind sehr enttäuscht über dieses un­verständliche und de­struktive Verhalten. Eine Strafanzeige wurde ge­stellt. Für Hinweise zur Er­greifung der Täter wur­de von privater Seite eine Belohnung von 150 Euro ausgesetzt. Hinweise an die Polizei Gescher.

Nachricht der Gescherer Zeitung

Museumsgarten besichtigt und aktuelle Themen erörtert

Bericht der Gescherer Zeitung vom 09. Mai 2019

Den Heimatverein Gescher e.V. besuchten Bürgermeister Thomas Kerkhoff und der stellvertretende Bürgermeister Günter Schültingkemper in diesen Tagen auf dem Museumshof. Nachdem die Mitglieder des Dienstags- ­und des Donnerstagskreises zunächst die Vorhaben für 2019 erläutert hatten, besichtigten die Gäste den Museums­- und den Kräutergarten und zeigten sich überrascht von den vielfältigen Arbeiten, die auf dem großen Gelände erledigt werden. Danach besprach man in lockerer Runde verschiedene Themen. Bei leckeren Grillwürstchen ließen die Teilnehmer den Abend ausklingen und bedankten sich bei den Gästen für den Besuch und den sinnvollen Gedankenaustausch, heißt es. Das Bild zeigt die Teilnehmer auf den Museumshof.